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Der Trockenwald von Guanacaste: bedrohter als der Regenwald

Vom Regenwald spricht die ganze Welt. Vom tropischen Trockenwald fast niemand – dabei ist er das seltenere, gefährdetere und für Tierbeobachtungen ergiebigere Ökosystem. Warum Guanacaste dafür der wichtigste Ort Mittelamerikas ist, was Sie dort sehen, und wie eine Reise beim Wiederaufbau hilft.

Wer zum ersten Mal im Februar durch Guanacaste fährt, hält das, was er sieht, häufig für krank. Kahle Bäume, graubrauner Boden, staubige Weiden, Blätter, die im Wind über die Strasse treiben. Kein Grün, kein Dickicht, nichts von dem, was man mit «Tropen» verbindet.

Der Wald ist nicht krank. Er macht genau das, was er seit Jahrtausenden macht.

Und er ist, in Zahlen betrachtet, der bedrohteste grosse tropische Lebensraum der Erde – bedrohter als jeder Regenwald. Dass ausgerechnet Guanacaste zur wichtigsten verbliebenen Hoffnung für dieses Ökosystem geworden ist, ist einer der besseren Naturschutzberichte der letzten fünfzig Jahre. Und einer der wenigen, in denen Reisende tatsächlich eine Rolle spielen.

Kurz erklärt: Was ist der tropische Trockenwald?

Der tropische Trockenwald ist ein Laubwald der Tropen, der eine ausgeprägte Trockenzeit von fünf bis sechs Monaten überstehen muss. Die meisten Bäume werfen dabei ihre Blätter ab, um kein Wasser zu verlieren – genau wie europäische Bäume im Winter, nur aus dem umgekehrten Grund. In Costa Rica liegt er vor allem in der Provinz Guanacaste an der Nordpazifikküste. Weltweit ist er das am stärksten reduzierte tropische Waldökosystem: Von der ursprünglichen Fläche entlang der pazifischen Küste Mittelamerikas sind weniger als zwei Prozent in einem Zustand erhalten, der überhaupt noch schützenswert ist.

Auf einen Blick: Trockenzeit Dezember bis April, Regenzeit Mai bis November. In der Trockenzeit steht der Wald ohne Blätter – und ist deshalb der beste Ort in Costa Rica, um Tiere tatsächlich zu sehen statt nur zu hören.

Ein Wald, der sich totstellt

Der Trockenwald arbeitet mit einer Strategie, die aus europäischer Sicht unlogisch wirkt: Wenn es am heissesten ist, schaltet er ab.

Ab Dezember fällt in Guanacaste über Monate kein Tropfen Regen. Die Bäume werfen das Laub ab, reduzieren ihren Stoffwechsel und leben von dem, was sie im Holz und in den Wurzeln gespeichert haben. Manche Arten speichern Wasser direkt im Stamm. Andere schicken Wurzeln zwanzig Meter tief. Der Wald sieht tot aus und ist es nicht.

Dann, meist zwischen Februar und April, passiert etwas, das man einmal gesehen haben muss. Ausgelöst durch einen ersten Regenschauer oder einen Temperatursturz blühen die Cortezas amarillas (Tabebuia ochracea) – und zwar alle gleichzeitig, über ganze Landstriche hinweg. Für ein paar Tage steht ein kahler grauer Wald in leuchtendem Gelb. Danach liegt die Blüte am Boden, und es ist wieder vorbei.

Ein Wald, der sechs Monate lang aussieht wie tot und dann in vier Tagen ganz Guanacaste gelb färbt.

Diese Synchronität ist kein Zufall: Sie stellt sicher, dass sich die Bäume gegenseitig bestäuben können. Und sie ist in den trockensten Wochen die wichtigste Nektarquelle für Bienen und Vögel weit und breit.

Die Zahlen, die kaum jemand kennt

Als die Spanier an der pazifischen Küste Mittelamerikas ankamen, erstreckte sich der Trockenwald von Panama bis nach Nordwestmexiko über rund 550’000 Quadratkilometer – etwa die Fläche Frankreichs, gut dreizehnmal die Schweiz.

Davon steht heute noch ein Bruchteil:

  • Weniger als 2 Prozent sind so intakt geblieben, dass sie aus Sicht des klassischen Naturschutzes überhaupt noch als schützenswert gelten.
  • Rund 0,09 Prozent der ursprünglichen Fläche stehen formell unter Schutz.
  • Zum Vergleich: Vom tropischen Regenwald Mittelamerikas ist deutlich mehr übrig – und über ihn spricht die ganze Welt.

Der Grund für diesen Unterschied ist einfach und bitter. Trockenwald liegt auf flachem, fruchtbarem Boden mit einer langen Trockenzeit. Das ist genau das, was man braucht, um Vieh zu halten und Zuckerrohr, Reis oder Melonen anzubauen. Und es ist genau das, was man am leichtesten abbrennt.

Der Regenwald wurde gerodet. Der Trockenwald wurde verbrannt.

Feuer ist bis heute die grösste Einzelbedrohung. In der Trockenzeit brennt alles, und ein Feuer, das eine Weide erneuern soll, hört nicht an der Waldgrenze auf. Dazu kommt das eingeführte Weidegras – es wächst nach dem Brand schneller zurück als jeder Baumsetzling und macht aus einem einmaligen Feuer einen Kreislauf, der den Wald dauerhaft draussen hält.

Was der Klimawandel dazu beiträgt

Die Beobachtungsreihen aus dem Área de Conservación Guanacaste sind unbequem zu lesen.

Im Dürrejahr 2015, dem regenärmsten seit hundert Jahren, stieg die Baumsterblichkeit im Wald von den üblichen rund 2 Prozent auf 8 Prozent. Und bei den Insekten, dem Fundament der ganzen Nahrungskette, zeigen langjährige Zählungen einen Rückgang von rund 50’000 erfassten Raupen im Jahr 2005 auf etwa 20’000 im Jahr 2019.

Wer hier seit Jahrzehnten forscht, beschreibt es drastischer: An eine Lichtfalle, an der 1984 nachts das ganze Tuch von Insekten bedeckt war, kamen 2019 noch einzelne Tiere.

Das ist kein Grund, nicht nach Guanacaste zu reisen. Es ist der Grund, warum dort gerade so intensiv wieder aufgeforstet wird.

Und dann die gute Nachricht

Costa Rica ist das erste tropische Land der Welt, das die Entwaldung umgekehrt hat.

In den 1980er-Jahren war der Waldanteil auf einen historischen Tiefstand gefallen. Heute liegt er wieder bei knapp 60 Prozent der Landesfläche. Möglich wurde das unter anderem durch ein Programm, das Landbesitzer dafür bezahlt, dass der Wald stehen bleibt und nachwächst – finanziert zu einem guten Teil über eine Abgabe auf Treibstoff.

In Guanacaste kommt ein zweites, sehr konkretes Beispiel dazu: das Área de Conservación Guanacaste, seit 1999 UNESCO-Weltnaturerbe und 2004 erweitert. Auf rund 147’000 Hektaren – davon etwa 104’000 an Land und 43’000 im Meer – reicht es von der Pazifikküste über Vulkane bis in die karibischen Tieflandwälder. Es schützt die besten verbliebenen Trockenwaldbestände zwischen Mittelamerika und Nordmexiko und beherbergt über 7’000 Pflanzen- und mehr als 900 Wirbeltierarten.

Das Bemerkenswerte daran: Ein grosser Teil dieser Fläche war einmal Weideland. Der Wald wurde nicht konserviert, sondern zurückgeholt – über rund vier Jahrzehnte, aus etwa 350 einzeln erworbenen Grundstücken, finanziert mit über 110 Millionen US-Dollar von mehr als 16’000 Spenderinnen und Spendern.

Die unbequeme Wahrheit dahinter: Ein degradierter Trockenwald braucht nach Einschätzung der Forschung 200 bis 400 Jahre, um sich vollständig zu erholen. Wiederaufforstung ist deshalb kein Projekt mit Abschlussdatum. Sie ist eine Entscheidung, die über Generationen weitergegeben werden muss.

Was verschwindet, wenn der Trockenwald verschwindet: das Wasser

Für die Menschen in Guanacaste ist das keine abstrakte Debatte, sondern eine Frage des Brunnens hinter dem Haus.

Ein Beispiel liegt zwischen der Ortschaft 27 de Abril und der Küste bei Playa Junquillal: das Einzugsgebiet des Río Nandamojo, rund 15’000 Hektaren, acht Gemeinden, etwa 4’000 Menschen. Ältere Bewohner erinnern sich an einen Fluss, der ganzjährig Wasser führte. Heute fällt er vier bis fünf Monate im Jahr trocken.

Die Ursache liegt sechzig Jahre zurück. Zwischen 1950 und 1960 wurde ein grosser Teil des Einzugsgebiets für Weideland gerodet. Ohne Wurzeln, die den Boden halten, spült der Regen die Erde weg, versickert weniger Wasser, sinkt der Grundwasserspiegel. Dazu kommt, dass der Regen heute in kurzen, heftigen Güssen fällt statt über das Jahr verteilt. Zu viel Wasser auf einmal – und danach Monate ohne.

Bäume pflanzen heisst in Guanacaste nicht in erster Linie Kohlenstoff speichern. Es heisst, den Regen im Boden zu behalten.

Was Sie in diesem Wald zu sehen bekommen

Und jetzt der Teil, der Ihre Reise betrifft: Der Trockenwald ist, entgegen seinem Ruf, der beste Ort in Costa Rica für Tierbeobachtungen.

Der Grund ist banal. In einem Regenwald sitzt das Tier acht Meter über Ihnen hinter einer Wand aus Blättern. Im Trockenwald steht der Baum in der Trockenzeit kahl da. Sie sehen, was dort oben sitzt.

Säugetiere

Brüllaffen (Alouatta palliata) hören Sie vor Sonnenaufgang, oft kilometerweit – für viele Gäste das erste und bleibendste Geräusch ihrer Costa-Rica-Reise. Dazu kommen Weissschulterkapuziner (Cebus imitator), die in Santa Rosa ausgesprochen zutraulich sind, Klammeraffen (Ateles geoffroyi), Nasenbären (Nasua narica), Weisswedelhirsche, Gürteltiere und mit viel Glück Ozelot oder Puma. Im Área de Conservación Guanacaste leben auch Jaguare; sie zu sehen, bleibt Zufall.

An den Flussläufen liegen Spitzkrokodile (Crocodylus acutus), auf trockenen Böschungen sonnen sich Schwarzleguane, lokal garrobos genannt.

Vögel: der eigentliche Grund, früh aufzustehen

Costa Rica zählt über 900 Vogelarten auf einer Fläche kleiner als die Schweiz. Der Trockenwald hat davon eine eigene, sehr charakteristische Auswahl – Arten, die Sie im Regenwald nicht finden:

  • Türkisbrauenmotmot (Eumomota superciliosa), mit den zwei tennisschlägerförmigen Schwanzfedern – der Vogel, den Sie auf jedem zweiten Souvenir wiederfinden
  • Weisskehl-Blauelster (Calocitta formosa), laut, frech und in Gruppen unterwegs
  • Gelbnackenamazone (Amazona auropalliata), stark gefährdet, weil sie als Käfigvogel gefangen wird
  • Schwarzkopftrogon und Kupferschwanztrogon (Trogon melanocephalus, Trogon elegans)
  • Grosser Hokko (Crax rubra) und Rostbauchguan (Penelope purpurascens) – grosse Bodenvögel, die anderswo längst verschwunden sind
  • Dickichttinamu (Crypturellus cinnamomeus), öfter gehört als gesehen

Palo Verde: Feuchtgebiet im trockensten Teil des Landes

Mitten im Trockenwald, am Río Tempisque, liegt der Nationalpark Palo Verde – über 20’000 Hektaren aus Trockenwald, Sümpfen und saisonalen Überschwemmungsflächen und eines der wichtigsten Feuchtgebiete Mittelamerikas.

Von Dezember bis April sammeln sich hier Zehntausende Wasservögel, darunter Rosalöffler, Ibisse, Reiher und Pfeifgänse. Der Star ist der Jabiru (Jabiru mycteria), der grösste flugfähige Vogel Amerikas, der hier zwischen Dezember und April brütet. Am benachbarten Río Bebedero sind über 300 Vogelarten nachgewiesen; der Park beherbergt zudem eine der grössten Krokodilpopulationen des Landes und über 60 Fledermausarten.

Die klassische Art, das zu erleben, ist eine Bootsfahrt auf dem Tempisque am frühen Morgen.

Meeresschildkröten

Der Trockenwald endet an einigen der wichtigsten Schildkrötenstrände der Welt:

  • Ostional: Massenanlandungen (arribadas) der Oliv-Bastardschildkröte, am stärksten im September und Oktober – Hunderttausende Tiere in wenigen Nächten.
  • Playa Grande / Las Baulas: Lederschildkröten von Oktober bis Mitte Februar. Es ist einer der bedeutendsten Nistplätze dieser Art weltweit.
  • Playa Nancite im Nationalpark Santa Rosa: einer von nur zwei Arribada-Stränden Costa Ricas – und er liegt geschützt hinter wiederhergestelltem Trockenwald.
Beste Zeit für Tierbeobachtung: Dezember bis April. Der Wald ist kahl, die Tiere sammeln sich an den verbliebenen Wasserstellen, und die Sicht ist so gut wie nie. Gehen Sie zwischen 5.30 und 9 Uhr los oder ab 15.30 Uhr – mittags ist im Trockenwald praktisch nichts unterwegs.

Was man in der Region sonst noch macht

Guanacaste ist nicht nur Wald und nicht nur Strand:

  • Rincón de la Vieja: aktiver Vulkan, Schlammtöpfe, Wasserfälle, heisse Quellen, Wanderungen durch Übergangswald
  • Nationalpark Santa Rosa: die Hacienda Santa Rosa, Herzstück der costa-ricanischen Geschichte, mitten im besten Trockenwald des Landes
  • Barra Honda: Kalksteinhöhlen im Landesinnern, mit Führung begehbar
  • Sabanero-Kultur: Ausritte mit lokalen Viehzüchterfamilien, Kaffee- und Käseproduktion im Hinterland
  • Küste: Surfen in Avellanas, Junquillal und Nosara, ruhige Buchten in Sámara
  • Vogelbeobachtung mit lokalem Guide: in keinem anderen Landesteil sehen Anfänger so schnell so viel

Reisen, die etwas zurücklassen: 365 Bäume für Guanacaste

Hier schliesst sich der Kreis – und er hat ein Gesicht.

Nicolas ist zehn Jahre alt und wächst in Costa Rica auf. Er hat sich vorgenommen, 15 Minuten durchgehend zu schwimmen; jede Bahn steht für einen Baum. Sein Ziel sind 365 Bäume für das Einzugsgebiet des Río Nandamojo – einer für jeden Tag des Jahres.

Die Umsetzung liegt bei der Asociación Nandamojo und dem Guanacaste Water Center, einer lokalen Organisation, die seit 2008 an der Renaturierung dieses Einzugsgebiets arbeitet:

  • eine eigene Baumschule mit 3’000 bis 4’000 einheimischen Setzlingen pro Jahr – Guanacaste-Baum, Cenízaro und weitere Trockenwaldarten
  • 5 bis 20 Bäume für jede beteiligte Familie, mit fachlicher Begleitung; rund 30 Familien pro Jahr
  • Nachbetreuung jedes Baumes, damit er tatsächlich anwächst
  • GPS-Koordinaten und Adoptionszertifikat für jeden adoptierten Baum
  • über 50 ausgebildete Waldbrandhelfer in der Region und mehr als 20 Einsätze pro Jahr
  • Umweltbildung für 400 bis 600 Primarschulkinder jährlich
  • «Bees for Trees», ein Mikrokreditprogramm für Familien, die aufforsten und Honig produzieren

Gepflanzt wird im Mai 2027, mit dem Beginn der Regenzeit. Das ist keine Verzögerung, sondern die einzige Art, es richtig zu machen: Ein Setzling, der in der Trockenzeit in den Boden kommt, überlebt nicht.

Für jede Buchung bei Swiss Tropical Tourism finanzieren wir einen einheimischen Baum in diesem Einzugsgebiet.

Ohne Kleingedrucktes und ohne Aufwand für Sie. Die ganze Geschichte von Nicolas, dem Fluss und der Schwimm-Challenge steht im Beitrag «365 Bäume für Guanacaste».

Baum adoptieren oder Nicolas’ Challenge unterstützen: giving.gofundme.com/campaign/834158/donate

Woran Sie ein gutes Aufforstungsprojekt erkennen

«Wir pflanzen einen Baum pro Buchung» steht heute in vielen Prospekten. Manches davon ist ernst gemeint, manches ist Dekoration. Diese sechs Fragen trennen das eine vom anderen – und sie funktionieren weltweit, nicht nur in Costa Rica:

  1. Wer führt das Projekt? Wird es vor Ort geführt, von Menschen, die dort leben – oder von einer Organisation im Ausland, die Fotos einsammelt?
  2. Welche Arten werden gepflanzt? Einheimische Arten, die zum Standort passen – oder schnellwachsende Monokulturen, die gut aussehen und ökologisch wenig leisten?
  3. Wann wird gepflanzt? Zu Beginn der Regenzeit – oder dann, wenn gerade eine Reisegruppe da ist?
  4. Wer kümmert sich danach? Pflanzen ist der einfache Teil. Ohne Nachbetreuung überlebt ein grosser Teil der Setzlinge das erste Jahr nicht.
  5. Gibt es Zahlen? Standortdaten, Stückzahlen, offengelegtes Budget, faire Löhne in der Region.
  6. Wem nützt es? Fliesst das Geld in ein Erlebnis für Besucher – oder in Setzlinge, Beratung und Nachbetreuung?
Ehrlich bleiben: Ein gepflanzter Baum macht einen Flug nicht ungeschehen. Wiederaufforstung ist keine Kompensation und wird von uns auch nicht so verkauft. Sie ist ein Beitrag an ein bestimmtes Einzugsgebiet, an bestimmte Familien und an einen bestimmten Fluss – überprüfbar, lokal und langfristig.

Was Sie als Gast vor Ort konkret tun können

  • Kein Feuer. Keine Zigaretten aus dem Autofenster, keine improvisierten Feuerstellen in der Trockenzeit. Feuer ist die Hauptbedrohung dieses Ökosystems, und die meisten Brände entstehen aus Unachtsamkeit.
  • Wasser sparen, gerade in Guanacaste. Die Region hat die längste Trockenzeit des Landes. Kurze Duschen und wiederverwendete Handtücher sind hier keine Symbolpolitik.
  • Mit lokalen Guides unterwegs sein. Sie sehen dreimal so viel – und das Geld bleibt in der Region.
  • Tiere nicht füttern und nicht anfassen. Gefütterte Kapuziner werden aggressiv und krank.
  • Auf den Wegen bleiben, besonders in der Trockenzeit, wenn die Böden empfindlich sind.
  • Einen Baum adoptieren – mit Zertifikat und Koordinaten ein ungewöhnliches Geschenk für alle, die Costa Rica lieben.
  • Bei einem Anbieter buchen, der offenlegt, was mit dem Beitrag passiert. Siehe die sechs Fragen oben.

Der Trockenwald auf einen Blick

WasLaubwerfender tropischer Wald mit fünf bis sechs Monaten Trockenzeit
Wo in Costa RicaProvinz Guanacaste und Nicoya-Halbinsel, Nordpazifikküste
TrockenzeitDezember bis April – beste Zeit für Tierbeobachtung
RegenzeitMai bis November – Pflanzzeit, grüne Landschaft, wenig Betrieb
Ursprüngliche FlächeRund 550’000 km² von Panama bis Nordwestmexiko, etwa die Fläche Frankreichs
Heute erhaltenWeniger als 2 % in schützenswertem Zustand; rund 0,09 % formell geschützt
HauptbedrohungFeuer, Weideland, Landwirtschaft, zunehmende Dürren
UNESCO-WeltnaturerbeÁrea de Conservación Guanacaste, seit 1999, erweitert 2004, rund 147’000 Hektaren
Artenvielfalt dortÜber 7’000 Pflanzen- und mehr als 900 Wirbeltierarten
Erholungsdauer200 bis 400 Jahre für einen degradierten Trockenwald
Wichtige ParksSanta Rosa, Guanacaste, Rincón de la Vieja, Palo Verde, Barra Honda
Unser BeitragEin finanzierter einheimischer Baum pro Reisebuchung

Häufige Fragen zum Trockenwald in Guanacaste

Was ist der tropische Trockenwald und wo liegt er in Costa Rica?

Ein Laubwald der Tropen mit einer Trockenzeit von fünf bis sechs Monaten, in der die meisten Bäume ihre Blätter abwerfen. In Costa Rica liegt er an der Nordpazifikküste, vor allem in der Provinz Guanacaste und auf der Nicoya-Halbinsel. Wichtigste Schutzgebiete sind Santa Rosa, Guanacaste, Rincón de la Vieja und Palo Verde.

Warum ist der Trockenwald stärker bedroht als der Regenwald?

Weil er auf Böden steht, die sich hervorragend für Vieh und Ackerbau eignen, und weil er sich in der Trockenzeit leicht abbrennen lässt. Von den ursprünglich rund 550’000 Quadratkilometern an der pazifischen Küste Mittelamerikas sind weniger als zwei Prozent in schützenswertem Zustand erhalten; formell geschützt sind etwa 0,09 Prozent.

Wann ist die beste Zeit für Tierbeobachtung in Guanacaste?

Dezember bis April. In der Trockenzeit stehen die Bäume ohne Laub, und die Tiere konzentrieren sich an den verbliebenen Wasserstellen – die Sichtbedingungen sind dann deutlich besser als im Regenwald. Beste Tageszeiten sind der frühe Morgen bis etwa 9 Uhr und der späte Nachmittag ab 15.30 Uhr.

Welche Tiere sieht man im Trockenwald von Guanacaste?

Brüllaffen, Weissschulterkapuziner, Klammeraffen, Nasenbären, Weisswedelhirsche, Gürteltiere, Schwarzleguane und Krokodile; mit Glück Ozelot oder Puma. Bei den Vögeln sind Türkisbrauenmotmot, Weisskehl-Blauelster, Gelbnackenamazone, Trogone und grosse Bodenvögel wie der Grosse Hokko typisch. Im Feuchtgebiet von Palo Verde kommen Jabiru, Rosalöffler und Zehntausende Wasservögel dazu.

Lohnt sich Guanacaste für Vogelbeobachtung?

Ja, und besonders für Einsteiger. Weil die Bäume kahl sind und viele Arten offen und gesellig unterwegs sind, sehen Anfänger hier schneller mehr als in jedem Regenwaldgebiet. Palo Verde und die Flusstäler sind die ergiebigsten Orte; ein lokaler Guide verdreifacht die Ausbeute.

Wie kann ich als Reisende oder Reisender die Wiederaufforstung unterstützen?

Es gibt vier Wege: einen Baum adoptieren (mit Zertifikat und Koordinaten), direkt an das Projekt spenden, bei einem Anbieter buchen, der pro Buchung einen Baum finanziert, oder das Projekt weitererzählen. Entscheidend ist, dass das Projekt vor Ort geführt wird, einheimische Arten verwendet, zu Beginn der Regenzeit pflanzt und die Bäume danach weiter betreut.

Was ist das Projekt «365 Bäume für Guanacaste»?

Eine Aktion des zehnjährigen Nicolas: 15 Minuten durchgehend schwimmen, jede Bahn steht für einen Baum, Ziel sind 365 einheimische Bäume im Einzugsgebiet des Río Nandamojo. Umgesetzt wird sie von der Asociación Nandamojo und dem Guanacaste Water Center, gepflanzt wird im Mai 2027 zu Beginn der Regenzeit. Swiss Tropical Tourism finanziert für jede Reisebuchung einen Baum.

Hilft Bäumepflanzen überhaupt gegen den Klimawandel?

Beim Trockenwald ist der Wasserhaushalt der wichtigere Hebel: Wurzeln halten den Boden, das Regenwasser versickert statt abzufliessen, der Grundwasserspiegel stabilisiert sich. Kohlenstoff wird ebenfalls gespeichert, aber weniger als im Regenwald. Wichtig ist die Ehrlichkeit dabei – ein Baum kompensiert keinen Flug. Er stellt einen Lebensraum und eine Wasserquelle wieder her, und zwar über Jahrzehnte.

Zum Schluss

Der Trockenwald von Guanacaste ist kein Postkartenmotiv. Er ist staubig, stachelig, im März unbarmherzig heiss und einen grossen Teil des Jahres grau.

Er ist aber auch der Ort, an dem man um sechs Uhr morgens vierzig Vogelarten sehen kann, ohne den Weg zu verlassen. An dem im Februar ein ganzer Hügel über Nacht gelb wird. Und an dem gerade, Grundstück für Grundstück und Setzling für Setzling, etwas zurückgeholt wird, das als verloren galt.

Reisen verändert diesen Wald nicht. Aber es entscheidet mit, wofür das Geld ausgegeben wird, das die Reise auslöst.

Wir leben seit über einem Jahrzehnt in Costa Rica, kennen die Region und die Menschen, die dort an diesem Wald arbeiten. Wenn Sie Guanacaste so sehen möchten – mit einem Guide, der die Vögel am Ruf erkennt, und mit einem Beitrag, der nachher überprüfbar ist – planen wir Ihnen die Reise.

Jetzt Ihre Costa-Rica-Reise planen – mit einem Schweizer Ansprechpartner vor Ort.

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