Faroles: die Nacht, in der ganz Costa Rica Licht trägt
Am 14. September steht um Punkt 18 Uhr ein ganzes Land still, singt drei Minuten lang – und zieht danach mit selbstgebastelten Laternen durch die Strassen. Was Schweizer Reisende über den Desfile de Faroles wissen sollten.
In der Schweiz kennen wir dieses Bild. Lampions am Abend des 1. August, Räbeliechtli im November, eine Reihe kleiner Lichter, die sich durch eine dunkle Gasse schiebt, und Kinderstimmen, die zu laut sind für die Grösse der Laternen.
Wer am Abend des 14. September in Costa Rica unterwegs ist, sieht genau dieselbe Szene. Nur bei 26 Grad, unter Mangobäumen, mit dem Geruch von warmem Regen auf dem Asphalt und mit Zikaden statt Herbstlaub.
Der Desfile de Faroles ist kein Anlass für Besucher. Es gibt keine Tribüne, keinen Eintritt, keine Bühne und keinen Veranstalter. Es gibt eine Schule, einen Quartierverein, ein paar hundert Kinder – und Laternen aus Karton, an denen den ganzen Nachmittag über am Küchentisch gebastelt wurde. Genau deshalb ist es einer der schönsten Abende, die man in Costa Rica erleben kann.
Kurz erklärt: Was ist der Desfile de Faroles?
Der Desfile de Faroles ist der Laternenumzug, mit dem Costa Rica am Vorabend seines Unabhängigkeitstags an die Nacht vom 14. auf den 15. September 1821 erinnert. Er findet jedes Jahr am 14. September statt, beginnt landesweit um 18 Uhr mit der Nationalhymne und dauert je nach Ort ein bis zwei Stunden. Getragen wird er von Schulen, Familien und Quartieren – in jedem Dorf, nicht nur in den Städten. Der Unabhängigkeitstag selbst ist der 15. September und ein gesetzlicher Feiertag.
| Auf einen Blick: 14. September, 18 Uhr, überall im Land. Kein Eintritt, keine Anmeldung, keine Altersgrenze. Wer ein Licht in der Hand hält, gehört dazu. |
Eine Frau, eine Laterne und die Nacht vom 14. September 1821
Die Geschichte beginnt nicht in Costa Rica, sondern rund 1’500 Kilometer weiter nördlich, in Guatemala-Stadt.
Am 14. September 1821 tagten dort die Abgeordneten der zentralamerikanischen Provinzen und diskutierten, ob man sich von Spanien lösen solle. Draussen war es dunkel; Strassenbeleuchtung gab es nicht. María Dolores Bedoya de Molina, geboren 1783, ging mit einer Laterne in der Hand durch die Gassen, holte Nachbarn, Musikanten und Schaulustige aus den Häusern und führte sie zum Platz vor dem Tagungsgebäude.
Frauen hatten in diesem Raum keine Stimme. Also organisierte sie eine draussen.
Am Morgen des 15. September 1821 wurde die Unabhängigkeitserklärung unterzeichnet. Mit diesem einen Dokument wurde ganz Zentralamerika von Spanien unabhängig – auch die kleine, abgelegene Provinz Costa Rica, die an der Sitzung gar nicht vertreten war.
| Costa Rica erfuhr erst rund einen Monat später, dass es unabhängig geworden war. |
Die Nachricht brauchte auf dem Maultierweg durch Nicaragua bis nach Cartago, der damaligen Hauptstadt, bis in den Oktober. Diese Verspätung erklärt viel über das Land: eine Unabhängigkeit, die niemand erkämpfen musste, weil sie per Brief eintraf. Und ein Nationalfeiertag, der bis heute nicht mit Militärparaden begangen wird, sondern mit Kindern, Papier und Kerzenlicht.
Wie aus einer Erinnerung eine Schultradition wurde
Laternen an Hauswänden und vor Türen gab es in Costa Rica schon lange. Zur landesweiten Institution wurde der Umzug aber erst Anfang der 1950er-Jahre, in den Jahren nach dem Bürgerkrieg von 1948, als das Land seine zivilen Werte neu betonte.
Víctor Manuel Ureña Arguedas, damals Schuldirektor der Provinz San José, gab dem Ganzen eine feste Form: Umzug am 14. September, Beginn um 18 Uhr, organisiert von den Lehrerinnen und Lehrern jeder Schule. Sein erklärtes Ziel war es, das bürgerliche Bewusstsein bei den Kindern zu beginnen.
Drei Jahrzehnte später kam das zweite Element dazu. Seit 1982, unter Präsident Luis Alberto Monge, wird die Nationalhymne am 14. September um 18 Uhr im ganzen Land gleichzeitig gesungen, übertragen über Radio und Fernsehen.
Seither hat der Abend eine feste Dramaturgie: erst die Hymne, dann das Licht.
18 Uhr: drei Minuten, in denen das Land stillsteht
Es ist ein Moment, den man als Gast nicht vergisst.
Kurz vor sechs wird es in den Dörfern merkwürdig ruhig. Die Pulpería dreht das Radio lauter. Familien treten auf die Terrasse, Autos halten am Strassenrand, in den Restaurants stehen die Leute auf. Dann läuft die Hymne, und eine ganze Nachbarschaft singt sie mit – nicht besonders schön, aber vollständig.
Danach werden die Laternen angezündet, und der Zug setzt sich in Bewegung.
| Tipp für Gäste: Niemand erwartet, dass Sie mitsingen. Erwartet wird nur, dass Sie stehen bleiben und nicht weiterreden. Das ist die ganze Etikette dieses Abends. |
Die Antorcha: 386 Kilometer Feuer bis nach Cartago
Parallel zu den Laternen läuft eine zweite, ältere Bewegung durchs Land: die Antorcha de la Independencia, die Unabhängigkeitsfackel.
Die Idee stammt von Alfredo Cruz Bolaños, einem costa-ricanischen Sportlehrer und Schulaufseher. Bildungsminister Ismael Vargas brachte sie 1964 vor den zentralamerikanischen Rat für Kultur und Erziehung in San Salvador, wo sie angenommen wurde.
Seither wird die Flamme jedes Jahr in Guatemala entzündet und zwischen dem 9. und dem 14. September von Schülerinnen und Schülern durch El Salvador, Honduras und Nicaragua getragen. An der Grenze bei Peñas Blancas erreicht sie Costa Rica und legt von dort rund 386 Kilometer bis Cartago zurück – im Staffellauf, entlang der Interamericana, in zwei Tagen.
Das Ziel ist kein Zufall. Cartago war 1821 die Hauptstadt; dort traf die Nachricht der Unabhängigkeit ein. Am Abend des 14. September kommt die Fackel dort an, rechtzeitig zur Hymne.
| Die Schüler laufen als Boten. Die Flamme ist die Nachricht. |
| Praktisch für Ihre Reise: Wenn Sie am 14. September zwischen Guanacaste und dem Zentraltal unterwegs sind, teilen Sie sich die Strasse mit dem Fackellauf. Rechnen Sie auf der Interamericana mit Polizeieskorten, laufenden Schülergruppen und kurzen Verzögerungen. Planen Sie an diesem Nachmittag eine zusätzliche Stunde ein. |
Was ein Farol ist – und warum er selbst gebaut wird
Ein Farol ist im Kern etwas sehr Einfaches: eine Laterne aus Karton und farbigem Zellophan, an einem Holzstab, mit einem Licht darin.
Die klassische Form ist ein kleines Kolonialhaus mit Ziegeldach und beleuchteten Fenstern – ein Abbild jener Häuser, aus denen Dolores Bedoya die Leute holte. Daneben gibt es unzählige Varianten, die eher Costa Rica selbst abbilden als das Jahr 1821:
- die carreta típica, der bemalte Ochsenkarren
- der Guanacaste-Baum, der Nationalbaum
- die Guaria Morada, die Nationalblume, eine violette Orchidee
- der Yigüirro, der unscheinbare Nationalvogel mit der berühmten Stimme
- Vulkane, Wellen, Flaggen und Landschaften aus der eigenen Region
Gebaut wird mit Karton, Zellophan in Rot, Weiss und Blau, Leim, Draht und viel Geduld. Echte Kerzen sind heute die Ausnahme; LED-Lichter haben sich durchgesetzt, weil sie den Nachmittag überleben. Das Bildungsministerium führt seit einigen Jahren zusätzlich einen Wettbewerb für Laternen aus wiederverwendetem Material – aus PET-Flaschen, Eierkartons, Holzresten.
Fertige Faroles gibt es in jeder Papeterie und in jedem Supermarkt zu kaufen, für wenige Franken. Aber:
| Wer ein Farol kauft, hat ein Licht. Wer eins baut, hat eine Erinnerung. |
Wo Sie den Desfile de Faroles am schönsten erleben
Der Umzug findet überall statt. Trotzdem ist er nicht überall gleich.
Cartago – wo die Fackel ankommt
Die grösste und offiziellste Feier. Rund um die Ruinen von Santiago Apóstol und die Basílica de Nuestra Señora de los Ángeles treffen Fackellauf, Hymne und Laternenumzug zusammen. Viele Menschen, viel Zeremonie, viel Symbolik. Cartago liegt auf gut 1’400 Metern – nehmen Sie eine Jacke mit, der Abend ist kühl und oft nass.
Kleine Orte im Zentraltal – die schönste Variante
Barva de Heredia, Grecia, Sarchí, Atenas, San Rafael de Escazú, Ciudad Colón: enge Strassen, alte Adobehäuser, eine Plaza mit Kirche. Hier ist der Umzug klein, unaufgeregt und genau so, wie ihn jede Tica und jeder Tico aus der eigenen Kindheit kennt. Wenn Sie nur einen Ort wählen können, wählen Sie einen davon.
San José, Alajuela, Heredia
Grosse Umzüge, viel Betrieb, gute Erreichbarkeit. Wer ohnehin in der Stadt übernachtet, findet den Umzug praktisch vor der Haustür. Die grossen Schülerbands kommen dann am nächsten Morgen.
Guanacaste und die Küsten
In Tamarindo, Sámara, Nosara, Puerto Viejo oder Puerto Jiménez ist der Umzug kleiner und improvisierter, dafür läuft er manchmal die Strandstrasse entlang. Kinder mit Laternen zwischen Palmen, Meer im Hintergrund: ein Bild, das es in Europa so nicht gibt.
| So finden Sie den Umzug vor Ort: Fragen Sie an der Rezeption nach der Schule des Ortes. Fast immer startet der Zug bei der Schule und endet auf der Plaza. Seien Sie um 17.45 Uhr dort – vor der Hymne, nicht nach ihr. |
Der 15. September: Bands, Mascaradas und ein Feiertag, der bleibt
Am Morgen darauf wechselt die Tonlage.
Dann ziehen die desfiles de bandas estudiantiles durch die Ortszentren: Schülerbands mit Trommeln, Lyren und Blasinstrumenten, Fahnenträgerinnen, Tambourmajore, Uniformen, die monatelang vorbereitet wurden. Dazu kommen Mascaradas, überlebensgrosse Figuren aus Pappmaché, und Cimarronas, laute Strassenkapellen, die sich um keinen Ablaufplan kümmern.
Die Ortszentren sind dafür vom frühen Morgen bis etwa Mittag gesperrt. Die Hauptstrassen und Fernverbindungen bleiben offen.
Der 15. September ist in Costa Rica ein gesetzlicher Feiertag mit obligatorischer Lohnfortzahlung, und er darf gesetzlich nicht auf einen Montag verschoben werden – er findet immer am Datum selbst statt, egal auf welchen Wochentag er fällt.
Praktisch: unterwegs am 14. und 15. September
| Transfers. Planen Sie eine zusätzliche Stunde ein, bei Routen über mehrere Ortschaften eher zwei. Für einen Rückflug am Morgen des 15. September fahren Sie zwei Stunden früher los als sonst.Mietwagen. An diesen beiden Tagen ist ein privater Transfer die entspanntere Wahl. Umleitungen sind nicht angeschrieben, das Navi rechnet dauernd neu, und zwischen 18 und 20 Uhr stehen Kinder mit Laternen auf schmalen Quartierstrassen.Abholung am Hotel. Liegt Ihr Hotel an der Umzugsroute, vereinbaren Sie den Ersatz-Treffpunkt am Vortag – nicht am Morgen selbst.Busse. Reduzierter Feiertagsfahrplan und sehr voll.Bank, Einkauf, Bargeld. Am 14. September erledigen. Banken und Behörden sind am 15. geschlossen; Hotels, Touren und private Transfers laufen normal.Fotografieren. Die Hauptpersonen dieses Abends sind Kinder. Fremde Kinder fotografiert man nicht ungefragt – in Costa Rica so wenig wie in der Schweiz.Wetter. Mitte September ist Regenzeit. Nehmen Sie eine dünne Regenjacke mit. Der Umzug findet trotzdem statt. |
September: die vielleicht ehrlichste Zeit für eine Costa-Rica-Reise
Viele Schweizer Reisende streichen September und Oktober aus dem Kalender, weil im Reiseführer «Regenzeit» steht. Das ist ein Missverständnis, das Sie günstig ausnutzen können.
In der grünen Saison ist das Land tatsächlich grün. Die Flüsse führen Wasser, die Wasserfälle sind eindrücklich, die Nationalparks sind leer, und die Preise liegen deutlich unter jenen der Hochsaison. Der Regen kommt meist nachmittags und in Schüben, nicht als Dauerregen.
Dazu kommt ein Detail, das kaum jemand kennt: Die Karibikküste folgt einem eigenen Rhythmus. Rund um Puerto Viejo, Cahuita und Manzanillo sind September und Oktober die trockensten und sonnigsten Monate des Jahres. Während der Pazifik seine nassesten Wochen hat, erwischen Sie auf der anderen Seite des Landes oft die beste Zeit überhaupt.
Und im September ist zusätzlich etwas los, das sich nicht buchen lässt: ein Land, das seinen eigenen Feiertag ernst nimmt.
Wie Sie als Gast mitmachen
- Fragen Sie nach dem Ort. Schule oder Plaza, 18 Uhr. Jeder im Dorf weiss es.
- Bauen Sie ein Farol. Karton, Zellophan, ein Stab und ein LED-Licht gibt es in jeder «librería». Mit Kindern ist das der beste Nachmittag der ganzen Reise.
- Stehen Sie um 18 Uhr still. Drei Minuten. Mehr braucht es nicht.
- Laufen Sie einfach mit. Niemand wird Sie fragen, was Sie hier tun.
- Bleiben Sie nachher auf der Plaza. Churros, Kaffee, Musik, Nachbarn. Das ist der eigentliche Teil des Abends.
Ein Abend, der nichts kostet
Costa Rica hat viel zu bieten, das man buchen kann: Vulkane, Nebelwald, Schildkröten, zwei Ozeane an einem Tag. Der 14. September gehört nicht dazu. Er lässt sich nicht buchen, nicht reservieren und nicht optimieren.
Man kann nur am richtigen Abend am richtigen Ort sein.
| Ein Stück Karton, ein Licht darin, und eine Strasse voller Menschen, die alle in dieselbe Richtung gehen. |
Wenn Sie Ihre Costa-Rica-Reise auf Mitte September legen, planen wir sie so, dass Sie an diesem Abend nicht im Transfer sitzen, sondern auf einer Plaza stehen. Wir leben seit über einem Jahrzehnt hier, unsere Kinder sind mit diesen Laternen aufgewachsen – und wir wissen, in welchen Orten dieser Umzug besonders schön ist.
| Jetzt Ihre Costa-Rica-Reise planen – mit einem Schweizer Ansprechpartner vor Ort. |
Und weil wir von diesem Land leben: Für jede Buchung bei Swiss Tropical Tourism finanzieren wir einen einheimischen Baum im Einzugsgebiet des Río Nandamojo. Mehr dazu im Beitrag über Nicolas und seine 365 Bäume für Guanacaste.
Der Desfile de Faroles auf einen Blick
| Was | Laternenumzug am Vorabend des Unabhängigkeitstags |
| Wann | Jedes Jahr am 14. September, Beginn 18 Uhr |
| Dauer | Rund ein bis zwei Stunden, je nach Ort |
| Wo | Im ganzen Land, ausgehend von den Schulen und Plazas |
| Ursprung | Nacht vom 14. auf den 15. September 1821 in Guatemala-Stadt; Dolores Bedoya de Molina |
| In Costa Rica etabliert | Anfang der 1950er-Jahre durch Víctor Manuel Ureña Arguedas, Schuldirektor der Provinz San José |
| Nationalhymne | Seit 1982 landesweit gleichzeitig um 18 Uhr |
| Antorcha de la Independencia | Seit 1964; rund 386 km von Peñas Blancas nach Cartago |
| Unabhängigkeitstag | 15. September, gesetzlicher Feiertag, nicht auf einen Montag verschiebbar |
| Am 15. September | Umzüge der Schülerbands, Mascaradas, Cimarronas; Ortszentren bis mittags gesperrt |
| Schönste Orte | Cartago (Fackel), Barva de Heredia, Grecia, Sarchí, Atenas; kleine Küstenorte |
| Kosten | Keine. Kein Eintritt, keine Anmeldung |
Häufige Fragen zum Desfile de Faroles
Wann ist der Laternenumzug in Costa Rica?
Immer am 14. September, mit Beginn um 18 Uhr, im ganzen Land gleichzeitig – unabhängig davon, auf welchen Wochentag das Datum fällt. Der Umzug dauert je nach Ort ein bis zwei Stunden.
Was wird am 15. September in Costa Rica gefeiert?
Den Unabhängigkeitstag. Am 15. September 1821 unterzeichneten die zentralamerikanischen Provinzen in Guatemala-Stadt die Unabhängigkeitserklärung von Spanien. Costa Rica erfuhr davon erst Wochen später. Der Tag ist ein gesetzlicher Feiertag.
Können Touristen beim Desfile de Faroles mitlaufen?
Ja. Der Umzug ist öffentlich, kostenlos und ohne Anmeldung. Sie brauchen nur ein Farol – entweder gekauft oder selbst gebastelt. Gäste sind ausdrücklich willkommen; in kleineren Orten werden Sie eher angesprochen als angestarrt.
Was ist ein Farol?
Eine handgemachte Laterne aus Karton und farbigem Zellophan, getragen an einem Holzstab. Die klassische Form ist ein kleines Kolonialhaus mit beleuchteten Fenstern. Beliebt sind auch Motive wie der bemalte Ochsenkarren, der Guanacaste-Baum, die Orchidee Guaria Morada oder Vulkane. Statt echter Kerzen kommen heute meist LED-Lichter zum Einsatz.
Was ist die Antorcha de la Independencia?
Die Unabhängigkeitsfackel. Sie wird jedes Jahr in Guatemala entzündet und zwischen dem 9. und 14. September von Schülerinnen und Schülern durch El Salvador, Honduras und Nicaragua bis nach Costa Rica getragen. Von der Grenze bei Peñas Blancas legt sie rund 386 Kilometer bis nach Cartago zurück, wo 1821 die Nachricht der Unabhängigkeit eintraf. Die Tradition besteht seit 1964.
Sind Geschäfte und Banken am 15. September geschlossen?
Banken und Behörden bleiben geschlossen, viele Geschäfte haben Feiertagsöffnungszeiten. Hotels, Touren und private Transfers arbeiten normal. Der öffentliche Busverkehr fährt nach reduziertem Fahrplan und ist stark ausgelastet. Ortszentren sind wegen der Umzüge bis etwa Mittag gesperrt.
Lohnt sich eine Costa-Rica-Reise im September?
Ja – und aus mehreren Gründen. Die grüne Saison bringt volle Wasserfälle, leere Nationalparks und deutlich tiefere Preise; der Regen fällt meist am Nachmittag. An der Karibikküste rund um Puerto Viejo und Cahuita sind September und Oktober sogar die trockensten Monate des Jahres. Dazu kommt mit den Fiestas Patrias ein kultureller Höhepunkt, den man in der Hochsaison schlicht nicht erlebt.
Was ist der Unterschied zum Schweizer Räbeliechtli-Umzug?
Das Bild ist fast identisch, der Anlass nicht. Der Räbeliechtli-Umzug ist ein Licht- und Erntebrauch im November. Der Desfile de Faroles erinnert an eine konkrete politische Nacht: den 14. September 1821, als Dolores Bedoya mit einer Laterne Nachbarn auf den Platz vor dem Tagungsgebäude holte. Für Schweizer Familien ist die Ähnlichkeit trotzdem der beste Einstieg – Kinder verstehen diesen Abend sofort.



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