Rafting auf dem Pacuare: wo die Anreise schon das Abenteuer ist
Der Río Pacuare gilt als einer der schönsten Wildwasserflüsse Mittelamerikas. Er wäre beinahe hinter einer Staumauer verschwunden. Heute ist er geschützt, und an seinen Ufern leben die Cabécar, deren Sprache die meistgesprochene indigene Sprache Costa Ricas ist. Was du über den Fluss, die Rafting-Klassen und die Menschen am Pacuare wissen solltest.
Irgendwo zwischen Turrialba und der Karibik hört die Strasse auf. Nicht, weil sie kaputt wäre, sondern weil dahinter Schluchten, Regenwald und ein Fluss kommen, über den es keine Brücke gibt.
Wer hier übernachten will, zieht eine Schwimmweste an, setzt einen Helm auf und steigt in ein Schlauchboot. Das Gepäck reist im wasserdichten Sack mit. Eineinhalb Stunden später, nach Stromschnellen, Wasserfällen an den Felswänden und dem einen oder anderen nassen Gesicht, legt das Boot an einem Steg im Wald an.
Das ist keine Ausflugsfahrt. Das ist die Anreise.
Kurz erklärt: Was ist der Río Pacuare?
Der Río Pacuare ist ein 133 Kilometer langer Fluss im Osten Costa Ricas. Er entspringt auf fast 3’000 Metern in der Cordillera de Talamanca und mündet in der Provinz Limón ins Karibische Meer. Auf seinem Weg durchquert er Schluchten und Regenwald und bildet Stromschnellen der Klassen II bis IV, weshalb er als einer der besten Rafting-Flüsse des Landes gilt. Seit 2015 schützt ihn ein Präsidialdekret für 25 Jahre vor dem Bau von Wasserkraftwerken. Im Einzugsgebiet liegt das indigene Territorium Nairi Awari der Cabécar.
Auf einen Blick: Länge 133 km · Quelle auf fast 3’000 m in der Talamanca · Rafting Klasse II bis IV · klassische Tagesstrecke rund 3,5 Stunden auf dem Wasser · seit 2015 per Dekret vor Staudämmen geschützt · Heimat der Cabécar · Rafting ab 9 bzw. 12 Jahren, je nach Abschnitt · Rafting empfohlen in der Trockenzeit, etwa von Dezember bis April.
Ein Fluss, der beinahe verschwunden wäre
Dass man heute auf dem Pacuare raften kann, ist keine Selbstverständlichkeit. Seine Geschichte ist die eines Flusses, um den fast vier Jahrzehnte lang gestritten wurde.
- 1980 befuhren polnische Kajakfahrer des Teams CanoAndes den oberen und unteren Pacuare zum ersten Mal in moderner Zeit.
- 1985 begannen die ersten kommerziellen Wildwasserfahrten. Die Ausrüstung wurde damals noch mit dem Ochsenkarren zum Fluss gebracht.
- 1986 schlug das staatliche Elektrizitätsinstitut ICE einen Staudamm in der Schlucht von Dos Montañas vor – mitten im heute beliebtesten Rafting-Abschnitt.
- 1990 protestierten Umweltschützer, Journalisten und Angehörige der Cabécar, einige campierten wochenlang am Fluss.
- 1991 beschädigte das schwere Erdbeben von Limón die Felswände am geplanten Standort; das Projekt wurde aufgegeben.
- 2005 stimmten die Bewohnerinnen und Bewohner von Turrialba in einer Volksabstimmung gegen Staudämme am Pacuare – rund 97 Prozent sagten Nein.
- 2015 ging Präsident Luis Guillermo Solís am Morgen mit seiner Familie raften und unterzeichnete am Nachmittag ein Dekret, das Wasserkraftprojekte ab 500 Kilowatt am Pacuare und am Savegre für 25 Jahre ausschliesst.
Der Vergleich mit dem Nachbarfluss zeigt, was auf dem Spiel stand: Am Río Reventazón, der früher ebenfalls ein bekanntes Rafting-Revier war, haben Staudämme den Fluss stark verändert. Viele Anbieter wichen deshalb auf den Pacuare aus.
Der Pacuare ist nicht geschützt, weil niemand ihn nutzen wollte. Er ist geschützt, weil eine Region beschlossen hat, dass er als Fluss mehr wert ist als ein Stausee.
Ein Dekret kann von einer späteren Regierung geändert werden. Deshalb setzen sich Anwohner, Rafting-Unternehmen und Naturschutzorganisationen bis heute für einen dauerhaften gesetzlichen Schutz ein.
Was die Rafting-Klassen bedeuten
Wildwasser wird international in sechs Schwierigkeitsklassen eingeteilt. Für den Pacuare sind drei davon relevant:
| Klasse | Was das heisst | Am Pacuare |
|---|---|---|
| II | Leichte Stromschnellen mit gut erkennbaren Durchfahrten | Ruhigere Passagen, vor allem im oberen Abschnitt |
| III | Unregelmässige Wellen, Manövrieren nötig, für Einsteiger mit Guide gut machbar | Grosser Teil der Strecke |
| IV | Kräftige, anhaltende Stromschnellen, präzises Steuern erforderlich | Einzelne Passagen, besonders im unteren Abschnitt Richtung Siquirres |
Für dich heisst das: Vorkenntnisse sind nicht nötig. Du paddelst auf Kommando des Guides, der hinten im Boot steuert und vor jeder schwierigen Stelle erklärt, was zu tun ist. Eine gewisse Grundfitness und Freude am Nasswerden solltest du mitbringen. Schwimmweste und Helm tragen alle.
Rafting gehört zu den Klassikern des Ökotourismus in Costa Rica. Der Pacuare ist dafür eines der bekanntesten Reviere, weil er beides bietet: echtes Wildwasser und eine Landschaft, in der man zwischendurch das Paddel weglegen und einfach schauen will. Senkrechte Felswände, Wasserfälle, die direkt in den Fluss stürzen, Tukane über dem Wasser. Am Ende der klassischen Strecke durchquert der Fluss eine enge Schlucht und fliesst unter der alten Atlantikbahn hindurch.
Die Anreise im Schlauchboot: so läuft sie ab
Am Pacuare gibt es eine Lodge, die ausschliesslich über den Fluss oder über eine Kombination aus Geländewagen und Seilbahn erreichbar ist: die Pacuare Lodge der Gruppe Böëna. Der Ablauf für Gäste sieht so aus:
- Abholung in San José an über 20 Hotels der Hauptstadt. Frühstück unterwegs.
- Einstieg in den Fluss in der Region Turrialba. Das Gepäck wird wasserdicht verpackt.
- Rafting zur Lodge: rund 1,5 Stunden auf dem oberen Abschnitt, überwiegend Klasse II bis III. Mindestalter 9 Jahre.
- Aufenthalt in der Lodge.
- Rafting zur Abreise: rund 3,5 Stunden auf dem unteren Abschnitt mit Stromschnellen der Klassen III bis IV bis nach Siquirres. Mindestalter 12 Jahre.
- Rücktransfer nach San José oder Weiterreise.
Wer nicht raften möchte oder darf, kommt per Geländewagen und überquert den Fluss am Ende in einer Seilbahngondel über rund 100 Meter. Auch ein Helikopter ist möglich. Und wenn der Fluss nach starkem Regen zu viel Wasser führt, entscheidet die Lodge aus Sicherheitsgründen, die Gäste mit dem Geländewagen zu transportieren, die Fahrt dauert dann rund 45 Minuten. Unsere Empfehlung: Plane die Anreise per Rafting in der Trockenzeit, etwa von Dezember bis April. In der Regenzeit kann der Pegel des Pacuare nach starken Niederschlägen schnell steigen, und der Fluss wird dann gefährlich. In diesen Monaten ist die Anreise per Geländewagen die sicherere Wahl.
Gut zu wissen: Für das Rafting gilt ein Körpergewicht zwischen rund 30 und 125 Kilogramm (65 bis 275 Pfund) und das genannte Mindestalter. In der Lodge selbst übernachten Kinder ab 7 Jahren.
Die Guides der Lodge sind in Erster Hilfe, Wiederbelebung und Wildwasserrettung ausgebildet.
Die Cabécar: die Menschen des Pacuare
Lange bevor jemand ein Schlauchboot auf den Pacuare setzte, lebten an seinen Ufern die Cabécar. Sie gehören zu den acht indigenen Völkern Costa Ricas, und ihre Sprache, das Cabécar aus der chibchanischen Sprachfamilie, ist laut der Volkszählung von 2011 die meistgesprochene indigene Sprache des Landes. Die Linguisten der Universidad de Costa Rica stellen fest, dass sie in den meisten Familien noch an die Kinder weitergegeben wird, allerdings mit abnehmender Tendenz.
Viele Cabécar-Gemeinschaften liegen abgelegen in den Bergen der Talamanca, oft nur zu Fuss erreichbar. Am Pacuare liegt das Territorium Nairi Awari, 1991 geschaffen. Bei der Volkszählung 2011 lebten dort 473 Menschen, knapp die Hälfte bezeichnete sich als indigen. Durch dieses Gebiet führt übrigens auch der Weitwanderweg El Camino de Costa Rica, der das Land vom Karibischen Meer bis zum Pazifik durchquert; erfahrene Guides begleiten die Wanderer auf diesem Abschnitt.
Die Pacuare Lodge hat ihre Architektur an traditionellen Cabécar-Bauten ausgerichtet. Wichtiger als die Optik ist die Zusammenarbeit: Ein grosser Teil der Angestellten stammt laut Lodge aus den Gemeinden der Umgebung, darunter Nairi Awari, Bajos del Tigre, Linda Vista und Santa Marta. Für die Cabécar-Gemeinschaften gibt es Programme zur Umweltbildung, zur Ausbildung als Guides, Englischkurse und Kurse in Lebensmittelhygiene. Selbst das Restaurant der Lodge trägt den Namen des Territoriums: Nairi Awari.
Begegnungen, die angeboten werden
Gäste können die Cabécar auf verschiedene Weise kennenlernen, je nach Kondition und Interesse:
- Ditsö: ein kurzer Besuch auf einem Cabécar-Rancho wenige Minuten von der Lodge, wo Kunsthandwerkerinnen Matten und Dekorationen flechten und über Heilpflanzen erzählen. 1,5 bis 2 Stunden, leicht.
- Essen mit den Cabécar: ein gemeinsames Essen auf einem traditionellen Rancho, auf Wunsch mit kurzer Wanderung.
- Tsiobata: eine anspruchsvolle Wanderung von 7,2 Kilometern zur Gemeinschaft Tsiobata, geführt von Mitgliedern der Gemeinde, mit Einblicken in Pflanzenkunde, nachhaltige Landwirtschaft und einem kleinen indigenen Museum. 4 bis 5 Stunden, ab 12 Jahren.
Wie man respektvoll zu Gast ist
Indigener Tourismus kann Begegnung sein oder Zurschaustellung. Was den Unterschied macht, liegt auch bei den Gästen:
- Vorher fragen, bevor du fotografierst – Menschen ebenso wie Häuser.
- Zuhören statt bewerten. Lebensweisen, die einfach aussehen, beruhen oft auf sehr genauem Wissen über Wald, Wasser und Pflanzen.
- Kunsthandwerk direkt kaufen, nicht feilschen.
- Keine Geschenke verteilen, besonders nicht an Kinder. Wenn du etwas beitragen möchtest, frag die Lodge oder die Gemeinde, was gebraucht wird.
- Sich auf das Tempo einlassen. Ein Besuch ist kein Programmpunkt, der abgehakt wird.
Wie sich gute von gut gemeinten Projekten unterscheiden lassen, beschreiben wir ausführlicher in unserem Beitrag über soziale Projekte in Costa Rica ohne Voluntourism.
Mehr als Wildwasser: Leben am Fluss
Wer zwei Nächte am Pacuare verbringt, hat zwischen Ankunft und Abreise einen ganzen Tag. Und der muss nicht im Boot stattfinden.
In den Baumkronen. Bei der Canopy-Tour geht es an Seilen von Baum zu Baum, mit Abseilen von hohen Bäumen; die letzte Abfahrt endet wenige Schritte vor dem Hauptgebäude. Noch höher liegt «The Nest», eine Plattform rund 20 Meter über dem Boden in einem Ceiba-Baum, zu der man über ein 130 Meter langes Seil gelangt. Dort wird auf Wunsch auch das Abendessen serviert.
In der Schlucht. Beim Canyoning im Bachlauf El Tesorito wird geklettert, an Wasserfällen abgeseilt und zum Schluss eine 30 Meter hohe Felswand hinunter.
Mit dem Fernglas. Die Vogelbeobachtung beginnt um 6 Uhr. Typische Arten am Pacuare sind der Montezumastirnvogel mit seinen hängenden Beutelnestern, die Sonnenralle, die Rotkehl-Ameisentangare und der Schwarzwangenspecht. Auch Tukane gehören zu den regelmässigen Beobachtungen.
In der Nacht. Die Nachtwanderung beginnt bei Sonnenuntergang gegen 18 Uhr: Laubfrösche, Schlangen, Spinnen und mit etwas Glück ein Baumstachler.
Zu Fuss im Wald. «The Loop» führt am Nachmittag entlang eines Bergbachs, an einem Cabécar-Rancho vorbei, zu einem Wasserfall, in dem man baden kann.
Auf der anderen Flussseite. Mit der Seilbahngondel geht es hinüber nach Bajos del Tigre, einem kleinen Bauerndorf. Gäste besuchen eine Familie, probieren einfache costa-ricanische Gerichte wie Picadillo und sehen die Dorfschule mit einem einzigen Klassenzimmer. Nur dienstags, donnerstags und samstags am Vormittag.
Jaguare am Pacuare
Eine der überraschendsten Geschichten des Flusses spielt sich unsichtbar ab. Seit über 15 Jahren unterstützt die Lodge ein Forschungsprojekt mit der Universidad Nacional, das mit Kamerafallen die Säugetiere im Gebiet erfasst – im Schutzgebiet am Pacuare, im Territorium Nairi Awari und im Nationalpark Barbilla. Rund 5’000 Aufnahmen von 18 grossen Säugetierarten sind so entstanden, darunter fünf einzelne Jaguare und ein seltener schwarzer Jaguar. Zu Gesicht bekommt man die Tiere praktisch nie. Aber es ist gut zu wissen, dass sie da sind.
Wohnen am Fluss: die Pacuare Lodge
Die Pacuare Lodge liegt am Ufer des Flusses, eingebettet in ein Schutzgebiet von 340 Hektaren. Sie hat 20 Suiten und Villen, von Garden Suites bis zu zwei besonderen Unterkünften: der Canopy Villa, die man über eine Hängebrücke erreicht, und der Jaguar Villa mit eigenem Pool. Das Restaurant Nairi Awari kocht mit Zutaten aus der Region, das Spa Jawa Juü arbeitet mit natürlichen lokalen Produkten.
Bemerkenswert ist die Energieversorgung: Drei kleine Wasserturbinen und 204 Solarpaneele liefern den Strom, das Wasser in den Suiten wird solar erwärmt. Die Lodge trägt die höchste Stufe des costa-ricanischen Nachhaltigkeitszertifikats CST (Elite, seit 2024) und ist Mitglied von The Long Run, einem internationalen Netzwerk nachhaltiger Naturunterkünfte.
Die Lodge arbeitet mit Paketen. Darin enthalten sind der geteilte Transfer ab San José mit Frühstück unterwegs, An- und Abreise per Rafting oder Geländewagen, drei Mahlzeiten täglich und die geteilten Erlebnisse vor Ort – von Canopy und Canyoning bis zur Cabécar-Wanderung. Dazu kommt ein Naturschutzbeitrag pro Person und Aufenthalt, der die Nachhaltigkeitsprogramme finanziert.
Weiter nach Tortuguero: vom Wildwasser in die Kanäle
Eine der ungewöhnlichsten Verbindungen in Costa Rica beginnt am Pacuare. Die Gruppe Böëna verbindet die Pacuare Lodge mit der Tortuga Lodge in Tortuguero: Abreise per Rafting auf dem unteren Pacuare, danach Transfer zum Bootssteg Caño Blanco und mit dem Boot weiter durch die Kanäle nach Tortuguero an der Karibikküste.
An einem einzigen Tag reist du so von Stromschnellen der Klasse IV in die stillen Wasserwege des Tieflands – ohne einen einzigen Kilometer Autobahn.
Wie viele Nächte, und was einpacken?
Zwei Nächte sind ideal. Am ersten Tag kommst du per Rafting an, am zweiten Tag ist Zeit für Wald, Canopy oder die Cabécar, am dritten Tag folgt die längere Rafting-Abfahrt. Mit nur einer Nacht bleibt kaum Zeit ausser für den Fluss. Für die Anreise per Rafting empfehlen wir die Trockenzeit von etwa Dezember bis April.
Für die Packliste:
- Badekleidung und schnell trocknende Kleidung für das Rafting
- Sandalen mit Fersenriemen oder Wasserschuhe – keine Flipflops
- Wasserfeste Sonnencreme, Sonnenbrille mit Band
- Leichte Regenjacke und lange Kleidung für die Abende
- Mückenschutz
- Kleines Gepäck: Alles reist im wasserdichten Sack mit dem Boot. Grösseres Gepäck kann im Betriebszentrum der Lodge in Siquirres aufbewahrt werden.
Was du als Gast konkret tun kannst
- Lokale Guides buchen. Rafting und Lodges schaffen am Pacuare Arbeit für die Dörfer am Fluss.
- Den Naturschutzbeitrag nicht als Gebühr sehen, sondern als das, was er ist: Finanzierung für Forschung und Gemeindeprogramme.
- Keinen Abfall im Fluss, auch keine biologisch abbaubaren Reste.
- Bei Cabécar-Besuchen die Regeln von oben beachten.
- Weitererzählen. Der Schutz des Pacuare hängt auch davon ab, dass sein Wert als frei fliessender Fluss sichtbar bleibt.
Mehr Ideen für eine umweltbewusste Reise findest du in unseren 15 konkreten Tipps zum Umweltschutz auf Reisen in Costa Rica.
Der Pacuare auf einen Blick
| Lage | Ostabhang der Talamanca, Region Turrialba und Siquirres, Mündung in der Provinz Limón |
| Länge | 133 km, Quelle auf fast 3’000 m |
| Rafting | Klasse II bis IV; Anreise-Abschnitt rund 1,5 h (ab 9 Jahren), Abreise-Abschnitt rund 3,5 h bis Siquirres (ab 12 Jahren); empfohlen in der Trockenzeit, etwa Dezember bis April |
| Schutz | Präsidialdekret 2015: keine Wasserkraftwerke ab 500 kW für 25 Jahre |
| Volksabstimmung | Turrialba 2005, rund 97 % gegen Staudämme |
| Indigene Bevölkerung | Cabécar; Territorium Nairi Awari (seit 1991) |
| Sprache | Cabécar, chibchanische Sprachfamilie, meistgesprochene indigene Sprache Costa Ricas |
| Lodge | Pacuare Lodge (Böëna), 20 Suiten, 340 ha Schutzgebiet, CST Elite |
| Jaguar-Forschung | Kamerafallen: 5 Jaguare, 1 schwarzer Jaguar, 18 grosse Säugetierarten |
| Empfohlene Dauer | 2 Nächte |
| Anreise ohne Rafting | Geländewagen und Seilbahngondel (rund 100 m) oder Helikopter |
| Weiterreise | Kombinierter Transfer nach Tortuguero möglich |
Häufige Fragen zum Rafting auf dem Pacuare
Wie schwer ist Rafting auf dem Pacuare?
Der Fluss hat Stromschnellen der Klassen II bis IV. Vorkenntnisse sind nicht nötig, da ein ausgebildeter Guide das Boot steuert und Kommandos gibt. Grundfitness und die Bereitschaft, nass zu werden, solltest du mitbringen.
Wann ist die beste Zeit für Rafting auf dem Pacuare?
Wir empfehlen das Rafting nur in der Trockenzeit, also etwa von Dezember bis April. In der Regenzeit kann der Fluss nach starken Niederschlägen viel Wasser führen und gefährlich werden. Bei zu hohem Wasserstand bringt die Pacuare Lodge ihre Gäste aus Sicherheitsgründen mit dem Geländewagen.
Ab welchem Alter kann man auf dem Pacuare raften?
Für den oberen Abschnitt mit Klasse II bis III, der zur Pacuare Lodge führt, gilt ein Mindestalter von 9 Jahren. Für den unteren Abschnitt mit Klasse III bis IV bis Siquirres liegt es bei 12 Jahren. Zusätzlich gilt ein Körpergewicht zwischen rund 30 und 125 Kilogramm.
Wie lange dauert eine Rafting-Tour auf dem Pacuare?
Die klassische Strecke bis Siquirres dauert rund 3,5 Stunden auf dem Wasser, mit Transfers etwa 5 Stunden. Die Anreise zur Pacuare Lodge auf dem oberen Abschnitt dauert rund 1,5 Stunden.
Ist der Pacuare vor Staudämmen geschützt?
Ja, vorläufig. Präsident Luis Guillermo Solís unterzeichnete 2015 ein Dekret, das Wasserkraftprojekte ab 500 Kilowatt am Pacuare und am Savegre für 25 Jahre ausschliesst. Bereits 2005 hatten die Bewohner von Turrialba mit rund 97 Prozent gegen Staudämme gestimmt. Ein dauerhafter gesetzlicher Schutz wird weiterhin gefordert.
Wer sind die Cabécar?
Eines der acht indigenen Völker Costa Ricas. Ihre Sprache gehört zur chibchanischen Familie und ist laut der Volkszählung 2011 die meistgesprochene indigene Sprache des Landes. Viele Gemeinschaften leben abgelegen in der Talamanca; am Pacuare liegt das Territorium Nairi Awari.
Kann man die Pacuare Lodge ohne Rafting erreichen?
Ja. Die Alternative ist eine Fahrt mit dem Geländewagen und die Überquerung des Flusses in einer Seilbahngondel über rund 100 Meter. Auch eine Anreise per Helikopter ist möglich. Bei zu hohem Wasserstand wechselt die Lodge aus Sicherheitsgründen automatisch auf den Geländewagen.
Was nimmt man zum Rafting mit?
Badekleidung, schnell trocknende Kleidung, Sandalen mit Fersenriemen oder Wasserschuhe, wasserfeste Sonnencreme und eine Sonnenbrille mit Band. Gepäck reist im wasserdichten Sack mit; grössere Koffer können in Siquirres aufbewahrt werden.
Lässt sich der Pacuare mit Tortuguero kombinieren?
Ja. Die Gruppe Böëna bietet einen kombinierten Transfer an: Rafting-Abfahrt auf dem Pacuare, Weiterfahrt zum Bootssteg Caño Blanco und mit dem Boot nach Tortuguero. So reist man an einem Tag vom Wildwasser in die Kanäle der Karibikküste.
Zum Schluss
Der Pacuare ist kein Fluss, den man vom Ufer aus betrachtet. Man ist mittendrin, nass, mit dem Paddel in der Hand und dem Blick auf Felswände, an denen Wasserfälle herabstürzen.
Und man ist zu Gast. Bei einem Fluss, den eine ganze Region gegen einen Staudamm verteidigt hat. Bei den Cabécar, die hier lange vor allen anderen lebten. Und bei Tieren wie dem Jaguar, die man nie sieht, die aber zeigen, dass dieser Wald noch funktioniert.
Am Pacuare beginnt der Urlaub nicht mit dem Check-in. Er beginnt mit dem ersten Paddelschlag.
Wir buchen die Pacuare Lodge und ihre Erlebnisse direkt und bauen den Aufenthalt in deine Route ein – auf Wunsch mit der Weiterreise nach Tortuguero, mit einem Schweizer Ansprechpartner vor Ort.
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